3 weitere Schritte für richtiges Streiten in Krisenzeiten – Teil 2

Mediation-Schubert_München

Letzte Woche haben Sie Teil 1 unseres Beitrags zum Streiten in Zeiten der Corona-Krise gelesen. Heute finden Sie drei weitere Schritte, um Konflikte fair aufzulösen. 

Liebe Blogleser,
konnten Sie die Tipps der letzten Woche bereits umsetzen? Wenn nicht, sorgen Sie sich nicht. Richtiges Streiten lernen braucht Übung, wie alles. Finden Sie heute drei weitere Tipps in diesem Blog-Beitrag.

4. Schaffen Sie einen sicheren Ort.

Das kann wirklich bedeuten einen räumlich sicheren Ort zu schaffen, in dem man sich einfach mal hinsetzen und runter kommen kann. Allerdings ist hier auch ein psychologisch sicherer Ort gemeint. Dieser Rückzugsort kann Ihnen helfen Probleme konstruktiv durchzudenken und zu lösen. 

5. Wahrnehmung, Interpretation, Austausch

Dies ist die Struktur mit der Sie Thematiken angehen sollten. Am besten ist es, wenn Ihr Streit-Partner auch diese Struktur verwendet (deswegen sollten Sie ihm diesen Blog weiterleiten 😉 ) – also nun konkret:

Bevor Sie mit Ihre Interpretation äußern wie “Du nervst mich, dass du die ganze Zeit die Türen zuschlägst!” oder ähnliches, beginnen Sie mit der Wahrnehmung. Besser wäre: “ich hab gehört, dass du die Tür in letzter Zeit für mich relativ laut zuschlägst (Wahrnehmung). Ich interpretiere daraus, dass du nichts mit mir zutun haben willst und du Zeit für dich haben willst (Interpretation). Wie siehst du das? (Austausch)”

Versuchen Sie objektive Aussagen zu machen. Objektiv ist nicht: “Du bringst NIE den Müll raus”, sondern “mir ist aufgefallen, in den letzten 2 Wochen habe ich immer den Müll raus gebracht” Eine Interpretation hieraus wäre: “deshalb fühle ich mich schlecht, ich bin wütend” – geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit zum sicheren Austausch: “Wie siehst du die ganze Situation?”

6. Lösung und Happy End

Wenn ein guter Austausch auf Basis der 5 vorgehenden Punkte statt findet, dann können Sie es auch schaffen zu einer stabilen Lösung zu kommen. Das kann auch heißen sich darauf zu einigen, dass man sich auch mal kurzzeitig uneinig ist. Auch Einsichten wie ein aufrichtiges “Ich habe überreagiert”, und damit verbunden das Ablassen vom unbedingten Recht-haben-wollen, sind ein Erfolg. 

Wichtig ist neben der Lösung auch, dass Sie mit der Person ein Happy End haben. Dies ist eine zwar meist symbolische, aber dennoch mächtige Geste. Geben Sie sich ein High Five, umarmen Sie sich oder sagen Sie einfach Danke. In Zeiten von Corona ist das Dankesagen wohl die sicherste Variante. “Danke, dass du dich darauf eingelassen hast, die Situation konstruktiv anzugehen” – es kann so simpel sein.

Jetzt ist es an Ihnen…

Dies sind die 6 Schritte, die wir Ihnen empfehlen. Gerade in den Krisenzeiten haben Sie die Chance faires und konstruktives Streiten zu lernen. Teilen Sie uns doch mit, wenn Sie diesen Blog an andere weitergeleitet haben. Wir freuen uns immer über Feedback – egal ob positiv oder negativ 😉 

Wir von der Mediation Schubert wünschen Ihnen eine gute Zeit, bleiben Sie gesund. 

Autor: Marc Haase
Junior Consultant SEC GmbH
Economics (B.Sc.), Political Science (M.A.)