Krise in der Partnerschaft – Paartherapie oder Mediation?

Liebe Blogleser,

sicher sind Sie Ihre Partnerschaft eingegangen mit dem Wunsch nach einer Beziehung, die getragen wird von Nähe, Vertrauen und Liebe und haben das auch über Jahre oder Jahrzehnte so erlebt. Dieses Erleben hat sich jedoch inzwischen verändert.

Beziehungskrise: wie fühlt sich das an?

Sie spüren gereizte Reaktionen, gute Gespräche werden selten, Sie hören Vorwürfe, haben vielleicht Angst vor Ablehnung und sprechen nicht mehr darüber, was Sie sich wünschen. Es gab Verletzungen, Unstimmigkeiten eskalieren zu Streit, kleine Anlässe genügen für Diskussionen, die in Tränen enden. Geben und Nehmen stehen für Sie nicht mehr im Gleichgewicht, die frühere Zufriedenheit und Freude ist inzwischen verschwunden, Hilflosigkeit und Einsamkeit machen sich breit.

Wenn sich die Bedingungen für die Partnerschaft ändern

Oft sind neue Rahmenbedingungen ein Auslöser für eine Beziehungskrise: es gibt zusätzlich zur Zweierbeziehung auch Kinder, die Karriere bindet mehr Zeit und Aufmerksamkeit, die erwachsenen Kinder sind ausgezogen, es gab einen beruflichen Wiedereinstieg oder Eintritt in den Ruhestand. Oder man hat sich eben in verschiedene Richtungen entwickelt und findet keine Verbindung mehr. All das kann für Beziehungen belastend sein, das Zusammenleben muss neu gestaltet werden, Gewohnheiten können nicht mehr gelebt werden und so manche Bedürfnisse bleiben auf der Strecke.

Paartherapie oder Mediation?

Sie würden gern Veränderungen herbeiführen, hatten aber bisher keinen Erfolg. Wer sich Unterstützung von außen holen möchten, sucht meistens nach Paartherapie. Das hat viel mit Tradition zu tun, denn früher gab es nicht viel anderes. In den allermeisten Fällen wird jedoch gar keine Therapie benötigt, sondern es geht um das Anschauen der Krise und um die Neugestaltung der Paarbeziehung.

Marshall Rosenberg (1934 – 2015) war zuerst Psychotherapeut, gab aber seine klinische Arbeit auf, weil er an der Sichtweise der Psychotherapie etwas verändern wollte. Statt Diagnosen zu geben, stellte er die Frage in die Mitte, was jemand braucht und was nötig ist, um diese Bedürfnisse zu erfüllen. Dadurch wurde er der Begründer der sogenannten „Gewaltfreien Kommunikation“ und damit hatte er für sich den Schlüssel gefunden, um als Konfliktvermittler und Therapeut ganz neue Wege zu gehen.

Eine zweite Entwicklung ist eine recht neue Methode zur Konfliktvermittlung und Versöhnung: Mediation. Auch hier stehen Bedürfnisse im Vordergrund, wenn es um das Verständnis einer Krise und die Entwicklung von Zukunftsperspektiven geht.

Kommunikation ist alles – Mediation bringt es auf den Punkt

Das wichtigste Thema bei allen Konflikten ist Kommunikation. Wenn es gelingt, klar auszudrücken, wie es mir geht, was ich brauche, was ich mir wünsche, ohne versteckte Vorwürfe, ohne zu verletzen und ich gleichzeitig fähig bin, zuzuhören, zu spüren, wie der andere sich fühlt, was der andere braucht, dann können Konflikte meist schnell gelöst werden. Wer im Konflikt, in der Krise steckt, ist dazu jedoch kaum in der Lage und hier kann nun der Mediator genau diese Aufgaben übernehmen. Er „übersetzt“ die Aussagen der Beteiligten nach den genannten Kriterien und sorgt so vielleicht erstmals für Verständnis, ordnet die Themenvielfalt, beleuchtet Hintergründe und unterstützt die beiden dabei, Lösungen zu suchen und gemeinsam neue Ansätze für die Zukunft zu schaffen. All das geschieht ohne psychologische „Tiefenschürfung“; wichtig ist nur, was in den Partnern lebt. Für uns zeichnet schon dies die Mediation als die zunächst beste Möglichkeit aus. Unser Mediator Martin ist zusätzlich in „gewaltfreier Kommunikation“ geschult und erlebt immer wieder, dass es in seinen Mediationen zu ganz überraschenden Wendungen kommt und die Klienten am Ende mit Zufriedenheit oder gar Freude den Raum verlassen. Aus unserer Sicht ist heute Mediation genau das Richtige, um ein Paar aus der Krise zu führen, eine neue Basis für gute Partnerschaft zu legen.

Manchmal wird jedoch dabei auch beiden klar, dass eine Trennung die richtige Entscheidung ist. Aber auch dann eröffnet die Mediation die Möglichkeit, diesen unangenehmen Schritt so schmerzarm wie möglich, ohne neue Verletzungen zu gestalten. Und manchmal wird dabei auch deutlich, dass ein Partner tatsächlich tiefergehende therapeutische Unterstützung braucht, weil z.B. die Verletzungen zu stark sind oder weil Traumatisierungen vorliegen. In solchen Fällen beenden wir den Prozess und geben entsprechende Empfehlungen.

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