11 Gründe, warum Sie von Mediation die Finger lassen sollten

Liebe Blogleser,

heute möchten wir Ihnen mal von den Gründen berichten, die absolut gegen eine Mediation sprechen und Ihnen erklären, warum Sie unbedingt die Finger von diesem Verfahren lassen sollten. Wir wollen gar nicht lange rumreden, sondern direkt mit den einschlägigen und definitiv überzeugenden Argumenten beginnen:

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 1. Jetzt mal ganz ehrlich: Eigentlich ist die Situation doch gar nicht schlimm! Die paar schlaflosen Nächte, die wenigen Sorgenfalten mehr… Ab und zu mal Bauch- oder Kopfweh? Das ist doch alles noch harmlos! Jeder hat mal Meinungsverschiedenheiten! Also bitte stellen Sie sich nicht so an: Konflikt ist das noch lange keiner – Es besteht also kein Grund zum Handeln!

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2. Und selbst wenn Sie in einem Konflikt stecken: Warum sollten Sie sich die Mühe machen, zum Mediator zu gehen, wenn es auch die Taktik des Abwartens gibt? Wenn Sie lange genug abwarten und die Situation nur beharrlich genug aussitzen, dann wird sich der Konflikt sicherlich in Luft auflösen – also nur kein falscher Aktionismus: einfach Ruhe bewahren und Fuße stillhalten, heißt die Devise!

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3. Wenn Abwarten dann doch nicht hilft, gibt es ja immer noch Anwälte! Warum sollten Sie zum Mediator gehen, dort mehrere Sitzungen verbringen und über den Konflikt, Ihre Bedürfnisse und Lösungen nachdenken, wenn ein Anwalt  “die Arbeit” für Sie tun und die Sache vor Gericht durchfechten kann? Dem Anwalt können Sie die “Angelegenheit” einfach in die Hand geben, der macht das schon! So bleibt die ganze “Arbeit” nicht an Ihnen hängen!

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4. Warum sollten Sie Ihr Geld dem Mediator geben, wenn dieser dann nicht nur für IHRE Belange einsteht, sondern auch für die des Gegenübers? Wenn Sie den Mediator schon (mit-)bezahlen, dann sollte er doch gefälligst auch einzig und allein auf Ihrer Seite stehen! Jemanden bezahlen, der auch dem Anderen zuhört? Wo kommen wir denn da hin, wenn die Bedürfnisse aller Beteiligter berücksichtigt werden? Wichtig ist doch einzig und allein, dass Sie Recht erhalten!

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5. Warum sollten Sie jemanden beauftragen, der noch nicht einmal eine Lösung für Sie sucht, sondern Sie selbst eigenverantwortlich nach einer Lösung suchen lässt? Das Wort “Eigenverantwortlichkeit” hört sich ja richtig nach Anstrengung an! Dann ist es doch sinnvoller die Verantwortung an das Gericht abzugeben! Der Richter weiß sicher, was die beste Lösung für Sie und für Ihre Situation ist. Er wird schon zu Ihren Gunsten entscheiden! Es ist doch angenehm, die Verantwortung in die Hände einer Autorität zu legen, das spart herrlich viel Aufwand und Mühe! 

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6. Sich zusammensetzen und die Bedürfnisse des Gegenübers anhören? Warum sollten Sie sich für die Belange des Anderen interessieren? Zum Schluss hat er noch überzeugende Argumente und Sie bekommen ein schlechtes Gewissen und werden weich – nein, nein, die Belange des Gegenübers wollen Sie lieber gar nicht wissen!

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7. Ein Mediationsverfahren soll häufig günstiger als der Gang zum Anwalt bzw. vor Gericht sein? Na dann kann das ja auch nichts Vernünftiges sein! An der Stelle sollte ein gesundes Misstrauen angebracht sein! Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! 

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8. Was interessiert Sie das künftige Verhältnis zum Anderen? Das Kind ist doch jetzt sowieso schon in den Brunnen gefallen! Was soll eine friedliche Lösung bringen? Sie haben sich doch jetzt schon so geärgert…Da ist es nun wirklich egal, wie das Verhältnis künftig weitergeht! Alleine die Vorstellung, Sie müssten sich gemeinsam an einen Tisch setzen, ist doch absurd! Mit dem Anderen reden? Wie soll DAS denn bitte gehen? Da nehmen Sie doch besser den Dauerkrieg in Kauf! Da wissen Sie wenigstens woran Sie sind!

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9. Warum sollten Sie überhaupt ein Verfahren beginnen, unter dem sich nicht wirklich etwas vorstellen können? Nachher ist das so eine Art Therapie und Sie werden kräftig in die Mangel genommen, wer weiß das schon so genau? Was Sie in einem Gerichtsverfahren erwartet, wissen Sie spätestens seit der Fernsehsendung “Barbara Salesch” ganz genau, warum also Neues wagen? Das ist ja wohl viel zu riskant!

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10. Mediation soll schnell Lösungen bringen? Och nee, das ist doch nicht nötig…Sie haben doch Zeit, man sollte nichts übereilen. Gut Ding will schließlich Weile haben! Die Gerichte brauchen eben Zeit für gute Entscheidungen!

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11. Mediation schafft eine Situation, aus der alle Beteiligten als Sieger hervorgehen? Das kann doch nun wirklich nicht Ihr Ziel sein! Das hat der Andere doch gar nicht verdient! Das Ziel muss vielmehr sein, ihm einen Denkzettel zu verpassen – Er soll sich ruhig als Verlierer fühlen! Schließlich hat er Sie in der Vergangenheit kräftig geärgert! Dafür soll er dann nun bitte auch büßen!

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Sie sehen, wir können nur sagen: Finger weg von Mediation!!!

Nein, ehe Sie jetzt denken, dass wir komplett durchgedreht sind, nun mal Spaß bei Seite ;). Wenn Sie unseren Blog schon kennen, wissen Sie ja, dass Mediation das Herzstück unserer Arbeit ist.

Natürlich sind wir als Mediatoren felsenfest von dem Verfahren der Mediation überzeugt. Es gibt so viele gute Gründe, ein Mediationsverfahren zu beginnen – Das Bewahren oder Retten des Verhältnisses zum Gegenüber, das Finden von maßgeschneiderten Lösungen ganz nach Ihrem Geschmack und das Sparen von Nerven Zeit und Geld sind nur einige davon. Sie wären nicht der/die Erste mit einer tollen Mediationserfahrung!

Dennoch ist die Scheu vieler Menschen vor Mediation noch sehr groß. Ich kann nur immer wieder dazu ermutigen, vor jedem Gerichtsverfahren, abzuwägen, ob nicht auch eine Mediation sinnvoll ist. Bei der Entscheidung, ob Sie vor Gericht ziehen oder lieber zum Mediator gehen sollten, kann Ihnen unser letzter Beitrag sehr helfen.

Ich hoffe sehr, dass Ihnen der Beitrag gefallen hat! Wie sieht denn Ihre Einstellung aus? Würden Sie im Zweifel eine Mediation “wagen”? Was wären Ihre Bedenken und Ängste zuvor? Haben wir noch wichtige Argumente, die Ihrer Meinung nach gegen Mediation sprechen, vergessen?

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Herzlichst,